Poem
Verzweiflung
Du gabst mir die Kraft aufzuhören,
Loszukommen von Drogen und Ritzen-
Und Nun?
Du gabst mir die Hoffnung,
Auf ein tolles Leben-
Und Dann?
Nahmst du dir Einen anderen,
Und ließest mich fallen.
Ich habe dir vertraut,
Doch du hast mir damit nur gezeigt,
Dass ich deinen Worten nicht trauen kann.
Warum?
Warum hast du mir das angetan?
Nun sitze ich da,
Mit dem Cutter in der Hand,
Habe alle Hoffnung verloren.
Den Glanz, den du in meine Augen gezaubert hast,
Ist wie weggeblasen.
Ich habe abgeschlossen.
Mit meinen Freunden,
Meiner Familie,
Und meinem Leben.
Du hast mir so viel bedeutet,
Aber ohne dich ist mein Leben nicht lebenswert.
Du gabst mir die Hoffnung,
Gemeinsame Träume auszuleben.
Es schien mir, als seiest du die Richtige für mich.
Ich kann dich nicht vergessen.
In allen Mädchen die ich treffe,
Sehe ich dich.
Wenn ich daran zurückdenke,
Wie wir hier oben saßen und unsere Blicke über das Tal schweifen ließen,
Und ich dann daran denke,
Wie ich meinen Kopf an deine Schulter lehnte,
Es schien, als würden wir uns jeden Atemzug teilen,
So wird mir nun umso mehr klar,
Dass ich ohne dich verloren bin.
Ich habe Tränen in den Augen,
Als ich die Klinge zum letzten Schnitt ansetzte.
Mein Atem geht langsam.
Mit einem Mal bin ich ganz ruhig.
Alles um mich herum ist leise.
Ich bin Allein zu Hause.
Ein letztes mal blicke ich auf,
Hoffnung flammt auf,
Das du herein kämest und beteuerst wie sehr du mich lieben würdest.
Doch ich weiß schon vorher genau, dass das nicht geschehen wird.
Traurig senke ich meinen Blick,
Konzentriere mich auf die Kühle Klinge an meinen pulsierenden Adern.
Tränen laufen heiß über mein Gesicht.
Schmerzen spüre ich nicht mehr.
Mein Blut quillt aus der tiefen Wunde.
Mehr und immer mehr.
Es läuft warm und klebrig an meinem Arm herunter,
Und tropft langsam auf meine Bettdecke.
Die Kälte läuft mir den Rücken herauf.
Ich bekomme Gänsehaut. Meine Haut fängt vor Kälte an zu prickeln.
Ich zittere, das Atmen fällt mir schwer.
Mit Genuss schaue ich dabei zu,
Wie sich ein kleiner See auf meiner Bettdecke bildet.
Mein Arm wird taub. Die Haut ist kalt.
Ich kann das Cutter nichtmehr halten, es gleitet mir aus der Hand.
Ich lasse mich zurück auf mein Kissen sinken.
Mir wird schwummrig,
Kann nichtmehr klar denken.
Mit einem mal habe ich das Gefühl,
Das falsche getan zu haben.
Ein letzter tiefer Atemzug,
Alles um mich herum wird schwarz.
Mir wird klar, dass ich kurz davor bin, in Ohnmacht zu fallen.
Eine Ohnmacht aus der ich nichtmehr erwachen werde.
Ich sammle meinen letzten Kräfte, klammere mich krampfhaft an mein Leben.
Reiße meine Augen auf, versuche die Blutung zu stoppen, doch es ist zu spät.
Meine Muskeln entspannen sich, mein Blick wird Trübe und leer.
Nun habe ich ein seeliges Lächeln af den Lippen.
~Und dann Stille~
Ich fühle mich Federleicht, habe keine Sorgen mehr.
Langsam versuche ich die Augen zu öffnen.
Gleisende Helligkeit erwartet mich.
Als sie meine Augen an das hell gewöhnt haben, bemerke ich,
Dass ich im Paradies sein muss.
Überall riesige Büsche, die reife Früchte tragen.
Die Vögel zwittschern laut.
Ich fühle mich frei, nehme mir so viel Früchte wie ich nur tragen kann.
Doch mit einem mal wird mir klar,
Dass ich mein Leben für immer verlassen habe.
Dass ich meine Lieben nie wieder sehen werde.
Ich lasse alles fallen.
Ich laufe zum Wolkenrand und als ich hinunter sehe,
sehe ich dort Menschen, die um mich trauern.
Ich dachte immer, ich sei niemand wichtig.
Als ich genauer hinsehe,
Erblicke ich dich inmitten der trauernden Gruppe.
Mit einem mal Bereue ich alles, doch am meisten,
Meinem Leben ein Ende gesetzt zu haben!